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Quadrugby

Rebels brillieren in Montreal

Mit einem Turniersieg bei der 34. Auflage des Défi Sportif im kanadischen Montreal kehren die Rebels mit Gold im Gepäck nach Karlsruhe zurück.

Die Karlsruher Rebels präsentierten sich in Montreal als Einheit und trugen den Sieg davon. Foto: Rebels

Ungeschlagen zogen die Karlsruher durch die Vorrunde und dominierten im Halbfinale die Fightingsnakes (CH) mit einem deutlichen 42:27. Im Finale trafen die Rebels auf die Gastgeber aus Kanada.

Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams fand im Oktober 2016 in der Schweiz statt. Damals gewannen die Badener das Turnier und die Kanadier belegten Platz zwei. Mit einer verbesserten Offensivvariante stellte Rebelscoach Andre Leonhard die Kanadischen „Stingers“ im Finale vor eine schwer zu lösende Aufgabe.

Auch die Abwehr mit den Innenverteidigern Peter Schreiner und Christian Riedel und den beiden Außenverteidigern Dominik Rymer und Thorsten Altmann war für die Stingers kaum zu überwinden. Am Ende holten sich die Rebels mit einem nie gefährdeten 47:33 Erfolg den zweiten Turniersieg in Folge und gelten damit beim heimischen Champions Cup vom 26.-28. Mai in Karlsruhe als Topfavorit. Rebels

Vico Merklein will noch mehr

Ein großer Kämpfer, der längst noch nicht satt ist

Vico Merklein nimmt nach dem emotionalen Gold-Triumph von Rio und schmerzhaften Schulterproblemen die Paralympics in Tokio 2020 ins Visier.

Vico Merklein ist nicht träger geworden, nur weil er bei den Paralympics Gold gewonnen hat. Im Gegenteil: Er hat noch mehr Biss. Foto: Oliver Kremer/ DBS

Die Saison im Para Radsport steht vor der Tür – und damit ein Jahr mit Weltcups, den deutschen Meisterschaften und schließlich den Weltmeisterschaften in Südafrika Ende August als Höhepunkt. Die deutschen Athletinnen und Athleten wollen an ihre tollen Erfolge von 2016 anknüpfen. Bei den Paralympics in Rio de Janeiro jubelte das deutsche Team über acht Goldmedaillen – eine davon holte Vico Merklein. Es war sein erstes Gold bei einem ganz großen Wettkampf. Nach zehn Jahren Leistungssport mit 200.000 Trainingskilometern. Ein Kampfschwein, einer, der sich quält, der für seinen Sport brennt – und nach seinem ersehnten Titel längst noch nicht satt ist.

Wenn Vico Merklein an den 15. September des vergangenen Jahres denkt, läuft es ihm noch immer eiskalt den Rücken hinunter. Ganz oben auf dem Treppchen war er schon häufig – allerdings noch nie bei Weltmeisterschaften oder den Paralympischen Spielen. Doch in Rio erfüllte sich der 39-jährige Handbiker aus dem hessischen Babenhausen seinen großen Traum. Auf der Strecke alles gegeben, den Sprint für sich entschieden, als Erster über die Ziellinie gefahren. Der Rest war pure Emotion. „Ich habe zehn Jahre dafür geackert, bin so oft auf die Nase gefallen, aber immer wieder aufgestanden und noch stärker zurückgekommen“, sagt Merklein. Der Moment in Rio: unbeschreiblich. „Mir ist so viel durch den Kopf gegangen. Ich habe an all die Menschen gedacht, die mich auf dem Weg großartig unterstützt haben, die Gespräche mit meiner Familie, auch an die Rückschläge, die unzähligen Trainingsstunden, die große Disziplin – ich habe diesem Ziel alles untergeordnet. Denn ich wollte mir selbst nicht im Ziel vorwerfen, dass ich nicht alles dafür getan und nicht alles aus mir herausgeholt habe“, erklärt er. Doch der Plan ging auf. Auf der Strecke in Rio konnte Vico Merklein seine Stärken ausspielen. „Der Kurs war wie für mich gemacht. Doch das Straßenrennen ist immer auch taktisch, man muss schlau fahren und kann nicht nur vorne die Wildsau rauslassen“, sagt der Mann mit den kräftigen Oberarmen. Schnörkellos. Geradeaus. So wie er über den Asphalt rast.

 „Du kannst nicht gewinnen, wenn du nicht alles gibst!“

Das Rio-Gold war ein Produkt harter Arbeit. Allein im Jahr 2016 war der 39-Jährige sieben Monate fern von der hessischen Heimat. Teneriffa, Lanzarote, Mallorca, Kienbaum, Arizona – was nach tollen Urlaubszielen klingt, war für Merklein Quälerei. Um gerade in den Wintermonaten die Grundlagen zu legen, braucht er diese Trainingslager – und für die Psyche. „Natürlich trainiere ich auch zu Hause auf der Rolle. Aber wenn du das jeden Tag machst, brauchst du irgendwann eine Zwangsjacke. Ich habe mich schließlich nicht fürs Radfahren entschieden, um wie ein Hamster im Käfig zu ackern.“ Der Leistungssport ist längst nicht immer Vergnügen. „Doch es ist ja mein freier Wille. Mich zwingt niemand dazu. Wir sind halt schon ein bisschen bekloppt“, sagt Merklein. Immer getreu seinem Motto: „Du kannst nicht gewinnen, wenn du nicht alles gibst!“ Weiterlesen

Sledge-Eishockey

Deutsche holen bei WM Platz sieben

Zu wenige Tore, zu viele Zeitstrafen: Deutschland landet bei der Para Eishockey-WM nur auf Platz sieben. Doch es gibt noch eine zweite Chance auf die Paralympics-Teilnahme im Herbst.

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei den Para Eishockey-Weltmeisterschaften im südkoreanischen PyeongChang den siebten Platz erreicht. Foto: Ivo Gonzalez/Pocog

Die Vorbereitung war verheißungsvoll, die Zuversicht vorhanden, das Ziel klar vor Augen – doch die deutsche Nationalmannschaft hat bei den Para Eishockey-Weltmeisterschaften im südkoreanischen PyeongChang nur den siebten Platz erreicht und damit die Qualifikation für die Paralympics 2018 an gleicher Stelle im ersten Anlauf verpasst. Doch nach erster Enttäuschung geht der Blick wieder nach vorne: Denn beim Qualifikationsturnier im Herbst will das deutsche Team die zweite und letzte Chance unbedingt nutzen.

Nur ein Punkt aus sechs Spielen – das war zu wenig, um sich den Traum von den Paralympics schon bei der WM zu erfüllen. Zudem ist Platz sieben gleichbedeutend mit dem Abstieg in die B-Gruppe. Dabei startete die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Pokorny zunächst gut in das Turnier. Gegen Gastgeber Südkorea gab es erst kurz vor Schluss eine 1:2-Pleite und Norwegen konnte Deutschland erst in der Overtime mit 1:2 bezwingen. Gegen den übermächtigen Favoriten USA verteidigte das deutsche Team das eigene Tor sogar so lange wie zu diesem Zeitpunkt keine andere Mannschaft des Turniers, am Ende gab es allerdings ebenso wie zum Abschluss gegen Kanada eine erwartungsgemäße 0:9-Pleite. Knackpunkt könnte die deutliche 0:5-Niederlage gegen Italien gewesen sein – einen Tag vor dem wichtigen Spiel gegen Schweden. Mit einem Sieg gegen die Skandinavier hätten die Deutschen sowohl den Abstieg verhindert als auch noch im Entscheidungsspiel um Platz fünf und damit um die Paralympics-Qualifikation kämpfen dürfen. Die Vorzeichen standen gut, schließlich hatte das Pokorny-Team fünf von sechs Testspielen gegen Schweden in diesem Jahr für sich entscheiden können. Doch die Schweden zeigten den noch größeren Biss, gingen in Führung und erhöhten kurz vor der Schlusssirene auf 2:0, während Deutschland beste Möglichkeiten ausließ und am Ende alles nach vorne geworfen hatte. Irgendwie symptomatisch, denn die Chancenverwertung war das große Manko während des gesamten Turniers. Weiterlesen

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